Rund ums Schlagzeugspielen

 

Ist ein Unterricht sinnvoll ?

 

Darüber ist im Netz schon viel geschrieben worden.
Ein echter Lehrer ist im Umfeld des Musikunterrichtes noch immer enorm sinnvoll.
Ein Motivator der die Fähigkeiten seines Schülers erkennt, sie konkretisiert,
fördert und ihm spielend zeigt, was in ihm steckt. Digitaler Unterricht (Youtube, Online Kurse) kann einiges im Erwachsenenalter einiges leisten, bei Kindern und Jugendlichen ist der direkte Kontakt aber das entscheidende Kriterium. Musizieren und besonders das Trommeln ist und bleibt eine Gemeinschaftserfahrung die Digital einfach nicht ersetzt werden kann.

Mit dem Lehrer kann der Schüler seine Leistungen am Instrument am effektivsten im Unterricht nutzen.
Zudem werden Anfängerfehler, Haltungsfehler etc. korrigiert und zu zweit lernt es sich eh am effektivsten.

Allerdings gibt es gerade bei den Musiklehrern auch viele schwarze Schafe.
Daher rate ich dazu, den Unterricht auszuprobieren, sich aber nicht vor einem Wechsel
zu scheuen, wenn man merkt dass die Chemie nicht stimmt.

Eltern sollten hierbei 1-2x am Unterricht teilnehmen, bzw. dem Kind vermitteln,
dass der Unterricht nur sinnvoll ist, solange er Spaß macht.

 

Braucht man einen Gehörschutz?

 

Dies ist ganz abhängig von einem selbst.

Meine Erfahrung zeigt aber, dass gerade Menschen die Spass an Lautstärke haben,
zum Schlagzeug finden. Beim selbst Spielen nimmt man Lautstärke auch anders wahr,
als es der außenstehende Zuhörer tut.

Ich mach das Thema an der Spiel-Häufigkeit fest.
Ein Schüler, der nur einmal die Woche im Unterricht und einmal zu Hause übt
(auch wenn es den Lehrer ärgert) bedarf kaum eines Ohrenschutzes, wenn er es nicht selber will.

Ein Schüler der aber jeden Tag spielt, sollte dringend einen bekommen.
Hierbei kommt es aber auf die Art des Ohrenschutzes an.
Baukopfhörer und Schlafstöpsel sind eher ungeeignet.

Ich empfehle: Alpine Musicsafe

Der negative Aspekt eines Ohrenschutzes ist die Abschottung.
Hört der Schüler zu wenig, schottet er sich ab und nimmt am Unterricht nur noch passiv teil
– was nicht das Ziel sein sollte. Zudem fangen die meisten damit an,
noch stärker auf das Instrument zu hauen, um die fehlende Lautstärke
wieder auszugleichen – dies ist eher schädlich für ein ausgeglichenes Spielgefühl.

Das Thema Gehörschutz ist in erster Linie ein Thema beim Spiel an einem akustischen Drumsets.
Beim E-Set kann die Lautstärke passend eingestellt werden,
sollte aber bei Kindern immer mal überprüft werden.

 

Mein Kind spielt aber schon ein Instrument !

Mehrere Instrumente zu erlernen ist immer ein Vorteil und fördert ungemein. Da es die beiden großen Schwerpunkte Melodie und Rhythmus gibt und meistens das eine beim anderen vernachlässigt wird, ist es immer ratsam sich mit mehreren Instrumenten außeinanderzusetzen. Der Spass am Musizieren sollte aber immer im Vordergrund stehen.

 

Wie übt mein Kind richtig?

Keine leicht zu beantwortende Frage, da jeder anders übt und üben wahrnimmt. Wichtig ist die eigene Motivation zum Üben zu Fördern und das gelingt mit dem Goldenen Mittelmaaß aus nicht zu viel und nicht zu wenig Druck. Das genau sollte mit dem Lehrer und der Musikschule aber abgestimmt werden.  Über Auftritte, Vorspiele sollte es genügend Möglichkeiten geben das positive Üben zu erlernen. 

 

Wie kann ich mein Kind zum üben animieren?

Der bester Weg ist es das vorzuleben, indem man selber musiziert und Musik praktiziert.
Auftritte im schulischen o. privaten Bereich (Geburtstage) sind in frühem Kindesalter enorm wichtig.
Später ergibt sich meistens eine Eigendynamik, wenn das Üben als Teil der Entwicklung verstanden wird (zBsp. um in einer Band zu spielen). In unterschiedlichen Altern muss unterschiedlich eingewirkt werden.

In jungen Jahren 4-6 sollte eher kein Druck, sondern das musikalische Ausprobieren/Entdecken im Vordergrund stehen.
Ab dem Alter von 6-12 Jahren ist eine Übestruktur wichtig, parallel zur Schulstruktur. Doch sollte hier behutsam rangegangen werden. Ein Musikinstrument meistert man über Jahre, daher ist zuviel Druck meist kontraproduktiv. Doch fehlt er ganz, zieht sich die Entwicklung meist zu sehr und demotiviert. Ab dem Alter von 12 Jahren ist es mehr die Aufgabe des Lehres und des Schülers selbst die eigenen Interessen zu formulieren, zu definieren und daraus die Motivation zum Üben zu finden (Vorspiele vor der Schule, Bandgründung). Da gilt der Grundsatz: Man ist nur dann motiviert etwas zu lernen was man wirklich will.

 

 

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