Rund ums Schlagzeug

Brauch ich ein Schlagzeug bevor ich mit dem Unterricht starte? 

Nein.
Es gibt mehrere Möglichkeiten und es kommt auf einen selbst drauf an.
Für das erste halbe Jahr zum „Warmwerden“  ist ein Unterricht ohne Drumset schon möglich.

Während  älteren Schülern oftmals am Anfang die reine Unterrichtstunde reicht, ist für junge Schüler der Hauptmotivationsfaktor der Klang und das Ausprobieren am echten Drumset.  Daher ist die Unterrichtstunde meistens zu kurz.  Somit  ist ein Übeset zu Hause die Voraussetzung für ein erfolgreiches Lernen über einen längeren Zeitraum.

Ohne Drumset zu lernen führt nach einer gewissen Zeit zu Stagnation und Frustration.
Älteren Schülern empfehle ich erstmal ein Practice-Pad um die ersten Figuren zu üben und mitzumachen.

Spätestens nach 1 Jahr sollte dann aber eine Lösung für eine eigene / dauerhafte Übemöglichkeit gefunden sein.

Zusammengefasst wären das:

  1. Akustik Drumset (neu oder gebraucht, komplett oder nur Snare bzw. BassDrum u. Snare)
  2. E-Drumset (für den Wohnungseinsatz!)
  3. Anmietung eines Übesets in einem Proberaumhaus auf Stundenbasis
  4. Schulische Räume nutzen > wenn Drumset vorhanden, nach Nutzung fragen
  5. In der Musikschule nach Überaumkapazitäten fragen

Brauch ich ein komplettes Set zum üben?

Nein.

Der wichtigste Teil eines Schlagzeugs ist die kleine Trommel, bzw. die Snare .
Danach kommen die Bass-Drum und die HiHat und somit sind die Herzstücke vorhanden.
Alternativ geht auch ein Practice-Pad – wenn es nicht laut sein darf.
Der Spassfaktor ist beim kompletten Set natürlich immens höher.
Wer aber ein guter Schnäppchenjäger ist, wird über Ebay schnell ein gebrauchtes
und  komplettes Drumset für den kleinen Preis ersteigern können.

E-Drumsets gibts zudem als komplette Neu-Sets. Im Gebrauchtmarkt gibt es selbstverständlich auch einzelne Komponenten. Neu ist von einem “Zusammenkauf” abzuraten, da dieser viel teurer ist als der Kauf als Komplettset.

Welche Teile gehören zu einem kompletten Set?

Akustik Drumset
Snare / BassDrum / Tom 1 – kleines  / Tom 2 – mittleres / Tom3 – Standtom / Die Becken: HiHat / 1x CrashBecken / 1x Ride Becken
Felle: Alle Trommeln besitzen ein Schlag- und ein Resonanzfell, welches den Ton erzeugt
Hardware: Snareständer / HiHat Ständer / Tomhalterung / 2x Beckenständer (Ride+Crash)
Fußmaschiene

Sonstiges: Ein Paar Sticks / Drumhocker / Drumteppich / Notenständer

Bei einem akustischen Set müssen diese Teile nicht unbedingt alle von derselben Firma sein.
Man unterscheidet in Shellsets, d.h die Toms+ Bassdrum werden zusammengezählt und der Rest nicht. Becken, Snare, Hardware können auch extra (andere Firma) besorgt werden.

Bei gebrauchten Drumsets sollte man sich an folgende Firmen (Marktführer) halten:
Sets: Tama, Pearl, Sonor, Gretsch, Mapex, Drumcraft.

Bei den Becken sind die Top Marken:  Zildjian, Paiste, Meinl, Sabian, Masterwork – doch sollte man
am Anfang  den Schwerpunkt auf ein gutes  Drumset legen – Becken etc. können leicht erweitert o. ausgetauscht werden.

E-Sets – elektronische Drumsets

Diese kann man leider nicht oder nur mit Fachkenntnis in Einzelteilen erwerben. Hier würde ich zum kompletten Kauf eines Sets mit vorhergehender Beratung raten.

Marktführer sind hier Roland und Yamaha.
Auch rate ich eher zum Erwerb eines teureren E-Drumsets, da Billigprodukte leider recht stark unter Kurzlebigkeit leiden. Schließlich erwirbt man einen Gegenstand auf den man mehrere 1000-mal draufschlagen will und da ist ein Materialschaden nach einem Jahr Nutzung schon sehr ärgerlich.

Leider kommt sowas im günstigen Preissegment häufigr vor!
Zudem benötigt man noch eine Anlage über die man das Drumset hören kann. Zwar ist es nicht zwingend notwendig, da es auch normal über Kopfhörer funktioniert, doch fühlt es sich mit Box etwas natürlicher an.

Wie teuer ist ein Drumset ?

Akustische Neu: ab 500 € (praktisch sind sogenannte Bundles mit Becken und Hardware)
Gebraucht : ab 300 € ( fast immer Abholzwang und man sollte überprüfen was genau dabei ist)

Die Angebote unterscheiden sich stark, selten sind Becken mit im Angebot.
E-Sets gebraucht: ab 400 €
(Bedarf aber einer externen Audioanlage, bzw. Box – Bundel‘s sind auch hier von Vorteil).
Diese Preise beziehen sich auf die unterste Stufe und die Einsteigersets, im fortgeschrittenen Bereich bezahlt man gut und gerne über 1000 € oder  mehr für ein Drumset (ohne Becken).

Wo sollte ich (Neu) kaufen?

Am besten man informiert sich vorher und unterstützt den lokalen Musikhandel, fühlt man sich dort aber nicht gut beraten ist das Internet der beste Weg. Der komplette Handel mit Instrumenten ist in den letzten Jahren in die Onlinewelt abgewandert > das beste Preis-Leistungs-Verhältnis befindet sich dort.

Achtung, bei Kauf übers Internet! Die Drumsest werden in Einzelteilen geliefert. Dank YouTube Hilfe ist ein Aufbau leicht gemeistert, nimmt aber am Anfang doch 2-3h in Anspruch.

Die Seiten wären:

www.thomann.de

www.musicstore.de

www.musik-produktiv.de

www.zoundhouse.de

Ebay Kleinanzeigen

Was ist ein Pad?

Eher gesagt „Practice Pad“. Ein dem Spielgefühl einer Snare nachempfundenes Brett mit Gummioberfläche, welches versucht die Lautstärke einer Snare zu minimieren.

Ein ideales Übemittel für den Mietwohnungseinsatz. Allerdings nur im Zusammenhang mit einem echten Drumset zu verwenden (welches man im Unterricht nutzt, oder  in regelmäßiges Zeitabständen aufsuchen kann)  – da es nur in gewissem Maße genutzt werden kann > Handtechnik, Ausdauer etc.

Bestes Pad auf dem Markt: HQReal Feel (im Preis-Leistungs-Verhältnis).

Wieviel Platz nimmt mein Schlagzeug in der Wohnung ein?

Die Frage aller Fragen. Man könnte meinen die Frage nach der Lautstärke und dem Preis ist am wichtigsten, aber der Platz ist doch das größte Thema bei der Anschaffung eines Drumsets.
Und JA, es passt in jede Ecke und NEIN es nimmt nicht so viel Raum ein wie man normalerweise annimmt.

Man sollte aber für das Instrument einen Raum und eine Ecke festlegen in die man es stellt. Von einem immer wiederholenden Auf- und Abbau ist abzuraten – auch wenn im E-DrumSektor mittlerweile genau solche Sets einen eigene Markt gefunden haben.
Man kann in den kleinsten Ecken üben. Ich hatte meine Sets in 10qm Zimmern und 14qm Zimmern und kam immer noch damit zurecht.

Ich gehe dabei von einem Standardset aus. Erweitern bis zur Größe eines Kleinwagens kann man die Sets später im eigenen Proberaum immer noch;-)
Sollte einem  das immer noch zu groß sein, kauft man den neuen kleinen Bruder des Drumsets > das Cajon;-) Das ist ein idealer Hocker mit Klangeigenschaften.

Wie laut ist ein Schlagzeug?

Laut. Das macht den Reiz und den Spass dieses Instrumentes aus.
Eben ordentlich Krach machen zu können.
Stellt man ein akustisches Set in eine Wohnung erscheint es einem enorm laut, steht es aber auf einer Bühne neben einer E-Gitarre o. einem Synthesizer kann es ohne Mikros enorm leise wirken.Es kommt eben auf den Raum drauf an. Für das Lautstärkeproblem gibt es den E-Set Bereich.
Aber auch ein akustisches Drumset kann im Wohnraum bestens abgedämmt werden.

Teppiche, Vorhänge und die Abkopplung vom Boden, bzw. die Dämmung des Sets wirken da schon Wunder. Zudem ist Lautstärke immer ein subjektiver Faktor. Eine verstimmte Geige kann wesentlich mehr Krach machen als ein holpriger Drumgroove;-)

Welche Sticks brauch ich?

Die, die gut in der Hand liegen;-)  Das bedeutet, man sollte sich im Musikgeschäft mal die Sticks zur Hand nehmen und ausprobieren.

Für den Anfang liegt meistens in der Größe eine 5a / 5b o. 7a / 7b die richtige Wahl.
Meine Empfehlungen sind hier: Tama, Vic Firth, German Drumstick etc.
Von speziellen Kindersticks rate ich ab; dann eher leichtere aber mit der richtigen Länge. Ein Ausprobieren ist hierbei wichtig! In der Praxis verwendet man sowieso verschiedene Sticks, je nach Anforderung.

Ich empfehle  welche im Preissegment von 8-12 €, nicht drunter (Haltbarkeit ). Und darüber ist alles etwas überteuert  bzw am Anfang unnötig.

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